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JENNY. Eine Choreografie der Liebe
 

2./ 3. / 4. März 2012, TheaterFalle Gundeldingerfeld, Basel

 
Die Choreografie der Liebe ist überall zu erkennen. Die "JENNY"-Theaterproduktion ist diesem Phänomen gewidmet.

 
Den ersten Teil des Theaterabends leitet eine Choreografie der Liebe zu Musik der Goldbergvariationen ein. Danach geht es Schlag auf Schlag. Menschen, die verschiedener kaum sein könnten, treffen in einem Zugsabteil auf einander, die Probleme sind vorprogrammiert. Danach schenkt die Familie dem Vater eine Reise nach Venedig, welche dieser aber arbeitshalber nicht antreten kann. Die restliche Familie fährt daraufhin alleine und lässt den Vater alleine zurück. Nur Magie kann die Situation noch retten. Aufgrund einer Neuzuteilung des Wohnraums durch die Regierung erhält der alleinstehende Junggeselle plätzlich Gesellschaft in seiner 10 Quadratmeter kleinen Wohnung. Als dann aber auch alle Möbel, der Flügel und die Schäferhunde bei ihm einziehen sollen, wirds dann doch etwas eng. Szenenwechsel. Zum ersten mal am Strand, die Sonne geniessen und schwimmen. Doch als ein Haialarm alle Badegäste panisch aus dem Wasser flüchten lässt, sind die Ferien im Eimer. Zum Glück gibt es da noch gut aussehende Jungs, mit denen man flirten kann... Wer hat sich nicht auch schon über den Nachbarn von nebenan aufgeregt. Besonders störend ist es, wenn dieser Nachbar Tom Cruise ist, der mitten in der Nacht seine Gesangsübungen macht, während man selbst in der Meditation die innere Ruhe sucht. Da kann nur noch die Polizei helfen, doch die verhaftet sowohl den Beklagten Tom Cruise wie auch die Klägerin. Erst in der Gefängniszelle kühlen die Gemüter und man entwickelt einen Fluchtplan. Den ersten Teil des Abends abschliessend wird der Zuschauer in eine Gourmetküche entführt. Dass es hinter den vornehmen Wänden des Restaurants nicht auch nur halb so elegant zu und her geht, zeigt sich im Fall der brasilianischen Köchin, welche zwar mit ihrer Suppe sogar den Gault Milleu-Juror überzeugt, die aber von ihrem Chef gnadenlos gemobbt und schlecht behandelt wird. Sie rächt sich an ihrem Chef, vergiftet ihn und findet ihr Glück in der Stadt der Liebe, Paris.


 
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Fotos: Max Hilfiker & Monika Zürcher

 
Nach der Pause taucht der Zuschauer ein in die Geschichte von Jenny. Robert Forester hat sich vor kurzem scheiden lassen und lebt seither alleine in Langley, wo er nun arbeitet. Einsam und deprimiert unternimmt er nach der Arbeit Spaziergänge durch die Abenddämmerung und die menschenleeren Strassen der Kleinstadt. Durch Zufall entdeckt er Jenny, die in einem kleinen Häuschen in der Küche haushaltet. Sie zu sehen gibt ihm das Gefühl der Geborgenheit und das Glück, nach dem er sich sosehr sehnt. Deshalb kommt er immer wieder zum Häuschen, wo das Mädchen wohnt. Eines Abends jedoch kommt es, wie es irgendwann kommen musste. Jenny entdeckt Robert. Doch sie reagiert anderst als Robert es befürchtet hatte. Sie lädt ihn zu sich ein. Es entsteht eine zarte Freundschaft und Jenny verliebt sich in Robert. Immer wieder kommt Robert zu Besuch, was Greg, dem verlobten von Jenny, irgendwann zu Ohren kommt. Gemeinsam mit Nikki, der Exfrau von Robert, schmiedet er Pläne, wie er Robert schaden kann. Eines Abends kommt es in Jenny's Haus zum Aufeinandertreffen von Greg und Robert. Nach einer heftigen Auseinandersetzung bleibt Jenny alleine zurück. Sie ist verzweifelt. Greg will sie nicht mehr heiraten, nun da sie sein wahres Gesicht kennt. Und Robert? In einem letzten Anruf gesteht Jenny ihm ihre Liebe, doch er lässt sie im Regen stehen und erkläft, er habe nie Gefühle für sie gehabt. In dieser Auswegslosen Situation greift Jenny zum letzten Mittel und will sich das Leben nehmen. Glücklicherweise misslingt der Selbstmord und Jenny beginnt stattdessen zu träumen. In ihrem Traum erscheinen Menschen, die ihr zeigen, dass sie niemals alleine ist. Es gibt immer Hoffnung, auch wenn diese manchmal schwindet und man das Gefühl hat, ohne Sinn und Perspektive alleine auf der Welt zu sein. Mit dieser Botschaft endet das Stück.